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Die colluvio Methode

Die colluvio Chamber Music Academy ist mehr als ein Meisterkurs.

Um das Projekt sofort zu verstehen, kann man sich colluvio als ein „Gustav Mahler Jugendorchester der Kammermusik“ vorstellen.

(An die Arbeitsphase des Gustav Mahler Jugendorchesters oder des Jugendorchesters der Europäischen Union eine große Konzerttournee angeschlossen. Bei Meisterkursen für Solo oder für Kammermusik gibt es das nicht.)

Colluvio ist das einzige Projekt auf dem Gebiet der Kammermusik, das einer intensiven Arbeitsphase eine groß angelegte internationale Konzerttournee folgen läßt.

Vom ersten Probentag an ist der Fokus auf die Konzerttournee gerichtet; es wird stets mit Bezugnahme auf die Bühne musiziert. Alle geprobten Werke werden mehrmals aufgeführt, jeder akzeptierte Musiker bringt sie in allen Tourneekonzerten zur Aufführung.

colluvio versteht sich als Talentschmiede der Kammermusik und hat den Anspruch höchster Professionalität an die jungen Musiker, die sich für eine Teilnahme bewerben.

Das colluvio Team erreichen viele Probespiele von einzelnen Kandidaten der Instrumente Klavier, Violine, Viola, Violoncello. Nur 9-12 Teilnehmer werden ausgewählt, kennen in der Regel einander vor Kursbeginn nicht, haben nie miteinander musiziert – sie kommen ja aus allen Ländern Europas.

Durch die „colluvio Methode“ wachsen sie innerhalb von 10 Tagen zu drei harmonischen Kammermusikensembles zusammen. Auf internen Hauskonzerten sammeln sie Erfahrung und erleben neben der eigenen Entwicklung auch den Fortschritt der anderen Ensembles.

Die drei Ensembles motivieren einander, wollen das jeweils beste sein, empfinden die anderen aber nicht als Konkurrenz – im Gegenteil – sie fiebern in den Hauskonzerten und später auf der Tournee mit den Kollegen mit. Sie verbringen ja in den mehr als drei Wochen jeden Moment miteinander, teilen alle Erlebnisse miteinander. Es entstehen so sehr starke Bindungen, alle wachsen sie zu einer Gemeinschaft, empfinden sich sogar als Schicksalsgemeinschaft und ganz sicher als Familie.

Die Basis

Die Basis für eine erfolgreiche Konzerttournee bildet der 10-tägige Meisterkurs auf Gut Hornegg, Österreich. Inclusive Konzerttournee dauert das Projekt gut 3 Wochen.

colluvio Chamber Music Academy ist mehr als ein Meisterkurs.

Vom ersten Tag an geht es in erster Linie um die fokussierte Vorbereitung auf eine große internationale Konzerttournee.

Den Meisterkurs leitet unser seit vielen Jahren bestens zusammengespieltes Team:

Yuri Kot, Ukraine, Klavier, Professor an der Čajkovskij Musikakademie Kiev
Olivera Milić-Hirscher, Serbien, Violine, Professor an der Spezialschule für Musiktalente in Ćuprija (Serbien)
Meinhard Holler, Österreich, Cello, private Celloklasse in München.
Gründer der colluvio Chamber Music Academy

Dieses Team hat über die Jahre die traditionelle „colluvio Methode“ entwickelt.

Intensität: Nur 3 Ensembles können teilnehmen (max. 9-12 Instrumentalisten)

Die künstlerische Betreuung ist sehr intensiv, denn es nehmen jedes Jahr nur 3 Ensembles teil (3-5 Spieler pro Ensemble). Jedes Ensemble bereitet ein ganzes, mehrsätziges Meisterwerk vor.

Tägliche Proben:
Der Unterricht findet täglich von 10.00 – 13.00 Uhr statt, es folgt das gemeinsame Mittagessen aller Studenten und Dozenten, nach der Pause wird wieder von 16.00 – 19.00 Uhr unterrichtet. Jeden 2. Abend spielen alle Studenten ab 20.00 Uhr ein Hauskonzert, als Vorbereitung auf die große Konzerttournee.

Tage 1-8

Die drei Dozenten für Klavier, Violine und Violoncello wechseln einander ca. jeden 3. Tag ab, sodaß jedes Ensemble im Laufe der ersten 8 Tage von jedem Dozenten unterrichtet wird. An den Abenden sprechen sich die Dozenten untereinander immer ab, es wird immer an der Arbeit des Vorgängers angeknüpft.

Tage 9-10

Die letzten zwei Tage unterrichtet abrundend ein Gastdozent, derzeit Claus Christian Schuster, Gründer des Altenberg Trios Wien alle 3 Ensembles. Die drei Stammdozenten sind anwesend und stehen für Fragen zur Verfügung, unterrichten aber nicht mehr. So wird gegen Ende nur noch eine Meinung gehört. Denn die Generalprobe und die Tournee nahen.

Training für die Bühne: Hauskonzerte

Am 2., 4., 6. und 8. Kurstag gibt es ab 20.00 Uhr Hauskonzerte. Alle drei Ensembles spielen vor allen Studenten und Dozenten und sporadischen Gästen Hauskonzerte auf Gut Hornegg. Dort wird jedes Mal ein anderer Saal gewählt, damit die Voraussetzungen andere sind (unterschiedliche Akustik, verschiedene Flügel…). Schon beim ersten Hauskonzert werden die zu studierenden Kammermusikwerke aufgeführt, vielleicht 1-2 Sätze daraus, mit der Zeit spielt man dann die ganzen Werke.

So wird von den Musikern während des Kurses mit all den Hauskonzerten und den ständig sich ändernden Bedingungen das trainiert und von der Basis beherrscht, was auf der Bühne der bald folgenden Tournee verlangt wird.

Da pro Ensemble der Fokus auf nur ein Meisterwerk gerichtet ist, spielen die Teilnehmer an den Abenden zum musikalischen Ausgleich und nach Lust und Laune andere Werke vom Blatt. – Als permanente Freizeitmöglichkeit locken natürlich tagtäglich Erkundungen in die prächtige Natur von Gut Hornegg; eigener Badesee, Wälder, Wiesen…

Der 11. Tag ist frei, und am Abend findet die Generalprobe statt (wieder „Alle vor allen“ und meist schon mit mehreren Gästen), am 12. Tag geht als Auftakt zur Tournee das traditionell sehr gut besuchte erste öffentliche Konzert in den ehemaligen Stallungen von Gut Hornegg über die Bühne. Tags darauf ist Abreise und Tourneestart.

Abgesehen von den musikalischen Fähigkeiten sind menschliche Offenheit sowie hohe Motivation wichtige Voraussetzungen für die Teilnahme an diesem arbeitsintensiven Projekt.

Kammermusik gedeiht am besten hier.

Sommerfrische: Die großen Komponisten haben sich zum Komponieren stets aufs Land zurückgezogen. Dort haben sie zu ihren Wurzeln gefunden, dort sind, inspiriert von prächtiger Natur ihre großen Werke entstanden.

Gut Hornegg mit seiner intakten Natur läßt die jungen colluvio-Musiker ganz und gar sich ihrer Sache widmen. Es gibt keine Ablenkung der Zivilisation (das nächste Dorf Preding ist kilometerweit entfernt und kann nur zu Fuß erreicht werden). In der Abgeschiedenheit in idyllischer Natur können solch außerordentliche Leistungen vollbracht werden, ohne daß sich die Musiker eingeengt fühlen. Im Gegenteil: Das Ambiente des Landguts, das Schloss, die Seen, Weinberge, Wiesen und Wälder lassen sie frei atmen und laden zu Unternehmungen in der Freizeit ein. (Badesachen einpacken!)

Die Alumni berichten jedes Jahr, daß die 12 Tage auf Gut Hornegg wie im Flug vergehen. Wenn auch das Programm des Meisterkurses dicht ist, bleibt nur die Erinnerung von Leichtigkeit und Erfüllung.

Das Große Crescendo – die 12 Tage der Tournee

Ein Teil der Dozenten begleitet die Studenten auf die Tournee. In jedem Saal stellt die Akustik andere Anforderungen an die Musiker. Von außen kann man sich im Saal nicht hören und so helfen die Dozenten den Musikern bei den Akustikproben in all den Sälen, um die Balance im Ensemble zu finden.

Jedes Konzert wird aufgenommen und sofort danach ins Internet gestellt (interner Link). Die Studenten können dann auf der Fahrt zum nächsten Konzert analysieren und vom vorangegangenen Auftritt lernen.

Die Dozenten stehen auch während der ganzen Tournee für musikalische (organisatorische und menschliche) Belange zur Verfügung, in der Regel finden aber keine Proben mehr statt. Manchmal gibt es kurze Nachbesprechungen eines der Tourneekonzerte, als Vorbereitung für das nächste. Von Konzert zu Konzert steigt die Qualität der Darbietung wie ganz von alleine, ohne Unterricht und mit nur wenigen Möglichkeiten zum Üben und Proben.

Das Abschlußkonzert in Belgrad ist so meist das beste Konzert. Es wird traditionell in Bild und Ton professionell aufgenommen und im Fernsehen oder Radio übertragen. Meist nimmt schon an einem der anderen Tourneeorte das Radio auf.

 

Atmosphäre auf der Tournee

Unser Publikum besucht nicht einfach nur ein Konzert mit guter Musik und guten Interpreten, es fühlt sich auch von der colluvio Geschichte angezogen und man hört oft eine Stecknadel fallen, so konzentriert und wohlwollend ist die Atmosphäre.

Die jungen Menschen genießen sehr ihre Konzertreise durch Europa, darüber hinaus die Möglichkeit, andere Länder, Städte, Sprachen und Kulturen kennenzulernen. Es wird in einem kleineren Bus von Stadt zu Stadt gereist, während der Tournee gibt es ein oder zwei komplett freie Tage, an denen auch nicht gereist wird; wir verweilen in einer der europäischen Metropolen, manchmal am Meer oder an einem See – und genießen.

Am Ende fällt die Trennung sehr schwer – hat man doch mehr als drei Wochen alles im Leben miteinander geteilt.

Bewährung auf der Bühne

Viele Teilnehmer aus all den Jahren seit 2001, dem Jahr der Gründung colluvios, haben uns wissen lassen, daß nach einer solch intensiven Arbeitsphase und der langen Tournee es kein Probespiel mehr gegeben hat, bei dem die nervliche Anspannung zu groß gewesen wäre. Die Anforderung bei colluvio war stets so hoch gewesen, daß sie sich danach nie mehr überfordert fühlten.

Kooperation mit den musikalischen Ausbildungsstätten ganz Europas

Es bestehen Kooperationen mit zahlreichen Musikhochschulen und Konservatorien aus ganz Europa. Colluvio wird jedes Jahr neu ausgeschrieben und von diesen Institutionen beworben. So erhalten stets neue Studenten die Möglichkeit zu einer Teilnahme. Bis Februar haben sie Zeit, Aufnahmen zu senden, bis März stehen die ausgewählten Teilnehmer fest.

Wir freuen uns immer, wenn manche Musiker im nächsten Jahr wieder teilnehmen. Sie senden uns aber auch beim zweiten Mal Aufnahmen als Probespiel.