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Miteinander in Europa

colluvio ist ein Projekt für Völkerverständigung, das zum Miteinander in Europa einlädt.

Parallel zu seinem hohen musikalischen Anspruch und im Einklang mit diesem, ist colluvio ein Projekt für Völkerverständigung, das zum Miteinander in Europa einlädt.

Das österreichische Projekt colluvio versteht sich als musikalischer Botschafter, der die gemeinsamen Werte Europas lebt. Es zeigt auf der Bühne, wie ein Miteinander der Nationen nicht nur reibungslos funktioniert, sondern höchst inspirierend, motivierend und produktiv sein kann.

So ist colluvio von öffentlichem Interesse und wird von der Steiermärkischen Landesregierung, vom Österreichischen Außenministerium und von den Österreichischen Kulturforen im Ausland gefördert. Es gibt Kooperationen mit den Österreichischen Kulturforen in Belgrad, Zagreb, Sarajevo, Ljubljana, Budapest, Bratislava, Prag, Warschau, Kiev.

colluvio Geschichte und Tradition

Meinhard Holler ist auf Gut Hornegg, Österreich aufgewachsen. Das geräumige Schloß, das weitläufige Gelände und die schöne Natur hat er schon während seines Musikstudiums zum gemeinsamen Musizieren mit Freunden genutzt.

Im colluvio Gründungsjahr 2001 lud Meinhard Holler erstmals junge Musiker nach Gut Hornegg ein, Teilnehmer des neuen Kammermusikkurses „colluvio“, das noch nicht so hieß, aber schon so war wie heute, eben ein musikalisches Völkergemisch:
Junge Menschen aus Österreich und Deutschland einerseits, und aus Serbien andererseits machten zusammen Kammermusik. Es gab nur zwei Konzerte in Österreich, und so beschlich alle Kursteilnehmer das Gefühl, etwas würde fehlen. So wurde gleich die damals recht exotische Idee geboren, im Jahr darauf auch in Serbien und Deutschland zu konzertieren. Die serbischen Teilnehmer wollten ihre Kollegen nächstes Mal nach Belgrad einladen und mit ihnen auch in Serbien Konzerte spielen Die Kriege in Jugoslawien waren erst vorüber, die diplomatischen Beziehungen zwischen den Ländern waren noch holprig bis frostig.

Die jungen Musiker forderte gerade dieser Umstand heraus, ein Miteinander zu wagen und sie beschlossen, über die Ländergrenzen hinweg Musik zu machen. Ihren Wunsch realisierten sie schon im Folgejahr 2002 und so entstand die erste colluvio Tournee, mit bereits sieben Konzerten in Österreich, Deutschland und Serbien.
colluvio Chamber Music Academy TOURNEE_KONZERTE 2002

Die Tournee führte ja auf dem Weg nach Serbien durch die Nachbarländer Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Slowenien, so wollte man auch sie einbeziehen. Mit der Zeit wurde im ganzen ehemaligen Jugoslawien konzertiert, die besten Nachwuchsmusiker aus all diesen Ländern nahmen teil und so wurde colluvio zu einem völkerverbindenden Musikprojekt in einer Krisenregion.

2010 gipfelte diese Entwicklung in einem Sonderprojekt Kosovo, das auf Anregung des Dokumentarfilmers Walter Wehmeyer umgesetzt und von ihm und seinem Kamerateam fast einen ganzen Monat lang begleitet und gefilmt wurde.
colluvio Chamber Music Academy TOURNEE_KONZERTE 2010

Daraus entstand dann die ORF-Dokumentation „Musik nach dem Krieg, Kosovo zwischen Trauma und Neubeginn“, gleichzeitig ein überaus kunstvoller Film, der von fast allen deutschsprachigen Sendern ausgestrahlt wurde, ORF, BR, ARD, WDR, NDR, SWF, 3 Sat, Arte, Deutsche Welle TV, Planet TV Germany….

 

„Erstmalig ist es dem österreichischen Cellisten Meinhard Holler gelungen, Musikstudenten der seit Generationen in Konflikt stehenden Völker (Serben und Albaner) zusammen zu bringen….“, so der Anfang der Synopsis zum Film.

Ankündigung des ORF
Der ORF strahlte den Film erstmals im November 2011 aus, es folgten BR, ARD…, was in der Folge zum nächsten Projekt führte:

2018 und 2019 wurde der Schwerpunkt dann auf die Begegnung von Musikern aus den im Konflikt stehenden Ländern Ukraine und Rußland gelegt. 2019 wurde colluvio durch zwei Wissenschaftler und Musiker, Dr. Gisela Hirschmann und Dr. Niels van Doesum, von der Universität Leiden, Niederlande, im Rahmen ihres Forschungsprojekts zu Musik und sozialer Interaktion begleitet.

 

colluvio heute und morgen

Heute begreift sich colluvio als gesamteuropäisches Friedensprojekt, zu dem die besten Nachwuchsmusiker aus ganz Europa zur Teilnahme eingeladen sind. Die Tournee führt in alter Tradition auch heute nach einem mitteleuropäischen Auftakt in die Länder Ost- und Südosteuropas. Schwerpunkte auf von Konflikten geprägte Regionen sind weiterhin ein wichtiger Inhalt von colluvio. In unsere Projektplanung wollen wir weiterhin Länder miteinbeziehen, die noch nicht Mitglieder der Europäischen Union sind. Vor dem Hintergrund der Ost- und Südosterweiterung der Europäischen Union ist colluvio ein kultureller Austausch mit den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien und der ehemaligen Sowjetunion ein besonderes Anliegen.

Viele ehemalige Teilnehmer an colluvio sind in ihren Heimatländern Konzertmeister und Stimmführer in Orchestern oder Professoren an Musikakademien geworden, oder haben derartige Positionen im Ausland inne.